Besser schlafen mit einem ruhigen Herzen – Das Herz beruhigen durch Vergebung

Erschienen am 29.12.2018 im Hinterländer Anzeiger

Das Herz ist seit je her bekannt für den Sitz der Gefühle und der Wahrheit. Es heißt, das Herz lässt sich nicht betrügen. Oft möchte das Herz durch sein schnelles Schlagen etwas mitteilen. Etwas was wir vielleicht nicht wahrhaben möchten. Eine Sache, der wir wohlmöglich nicht ins Auge sehen möchten. Ein ungelöster Konflikt kann dann zu Schlafstörungen führen. Die Gedanken kreisen und das Herz pocht. Ruhiger Schlaf ist dann schwer. Manchmal schrecken wir sogar im Schlaf auf und wissen nicht warum.

Forscher haben herausgefunden, das im Herzen etwa 40.000 hirnähnliche  Zellen, sogenannte sensorische Neuriten, ein neuronales Netz bilden. Es bildet ein „kleines Gehirn“ im Herzen. Wissenschaftler sprechen hier von einer sogenannten Herz-Intelligenz mit einem eigenen Erinnerungsvermögen und der Fähigkeit Informationen zu verarbeiten. Dieses Gehirn im Herzen hat direkten Zugang zur Intuition und zum Unterbewusstsein. Das erklärt also sehr wissenschaftlich, was der Volksmund schon lange wusste. „Jetzt mal Hand aufs Herz“ und „mein Herz sagt mir“ oder „mein Herz kommt nicht zur Ruhe“ drücken dies aus.

Das Herz ist oft unruhig durch verletzte Gefühle. Manchmal weil wir jemanden nicht verzeihen können. Oder weil wir uns nicht selbst vergeben. Das sind Dinge, die wir dann einfach in uns einschließen um so den Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen. Wir reden uns ein, wir haben alles im Griff und alles sei kein Problem. Wenn da nicht die erwähnten sensorischen Neuriten wären. Diese lassen sich nicht so einfach überrumpeln. Das kleine Gehirn im Herzen hat alles abgespeichert und will ungelöste Konflikte vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein durch Herzrasen transportieren. Damit wir endlich zuhören und das Problem lösen.

Eine Aussprache bei Unstimmigkeiten ist wichtig. Auch wenn es oft schwer fällt.

Aber was machen wir, wenn ein Gespräch aus den verschiedensten Gründen unmöglich erscheint? Vielleicht ist sogar der Konfliktpartner schon verstorben. Oder wir sehen uns außerstande eine Aussprache zu führen, da wir zu verletzt sind? Es gibt eine Methode, die weiterhelfen kann. Hier geht es, wie in der vorhergehenden Kolumne auch, um das Wiederholen von Sätzen.

Schließen Sie Ihre Augen und nehmen Sie drei tiefe und bewusste Atemzüge. Legen Sie eine Hand auf Ihre Herzgegend, denken Sie an die Person, mit der Sie einen Konflikt haben und wiederholen Sie (laut oder leise) folgende Sätze:

  • Alles was du mir aus Unachtsamkeit durch deine Worte, Taten und Gedanken angetan hast, ich vergebe dir
  • Alles was ich dir aus Unachtsamkeit durch meine Worte, Taten und Gedanken angetan habe, bitte vergebe mir
  • Alles was ich mir durch meine Unachtsamkeit durch Worte, Taten und Gedanken angetan habe, ich vergebe mir

Wiederholen Sie diese Sätze jeweils drei Mal und fühlen Sie in Ihr Herz. Bei Bedarf machen Sie die Übung an mehreren Tagen hintereinander. Wiederholen Sie diese Übung bis Sie eine Erleichterung verspüren.

Bei diesen Sätzen erkennen wir eine Wahrheit: Mal sind wir die Opfer, mal sind wir die Täter und manchmal sind wir hart zu uns selbst. Für ein ruhiges Herz müssen wir anderen, aber auch uns selbst vergeben lernen. Dafür benötigen wir innere Stärke. Und es benötigt Weisheit zu erkennen, dass eine Situation auch immer mit uns selbst zu tun hat. Es geht nicht darum, jemanden sein Verhalten gut zu heißen. Es ist viel mehr die Bereitschaft, die Vergangenheit loszulassen.

Wenn Vergeben anfangs noch schwer fällt, hilft es zu erkennen, das Dinge oft aus Unachtsamkeit geschehen und nicht aus Absicht. Oft glauben wir, jemand habe uns etwas aus purer Gemeinheit angetan. Aber können wir uns da immer so sicher sein? Hat der andere nicht vielleicht nur einen schlechten Tag gehabt und dann aus Unachtsamkeit seine Wut an uns weitergegeben? Durch Vergebung wird uns leicht ums Herz. Wir können wieder beruhigt schlafen. Mit Vergebung machen wir uns selbst ein Geschenk.

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