Ein guter Tag beginnt mit einer erholsamen Nacht

erschienen im Hinterländer Anzeiger am 30.05.20

Abends schlecht einschlafen, nachts sich im Bett hin und her wälzen und Alpträume haben ist oft ein Anzeichen für eine Reizüberflutung während des Tages. Wir haben den Eindruck, die Kontrolle über unser Leben zu verlieren. Es schleicht sich das Gefühl ein, nicht mehr Herr (oder Frau) der Lage zu sein. Es ist innerlicher Stress, der uns nicht schlafen lässt.

Wenn es darum geht, ein gutes Nervenkostüm zu haben, steht der erholsame Schlaf an erster Stelle. Ausgeschlafen sind wir für die Herausforderungen des Tages gut gerüstet. Zusätzlich stärkt ein guter Schlaf unser Immunsystem.

Menschen, die mit Ein- und Durchschlafstörungen zu kämpfen haben, werden oft wütend über diese Situation. Wut lässt uns aber wieder wach werden. Also lieber die Situation akzeptieren und aufstehen. Wir können dann z.B. eine warme Milch mit Honig trinken. Der Honig lässt den Insulinspiegel steigen, die Aminosäure Tryptophan aus der Milch gelangt ins Gehirn und wird in das Hormon Serotonin umgewandelt. Dies hilft den Körper zu entspannen. Als nächsten Schritt wird dann weiter im  Zusammenspiel mit Dunkelheit aus dem Serotonin das Schlafhormon Melatonin gebildet und damit das Einschlafen erleichtert.

Auch im Vorfeld können wir viel für Ihre selige Nachtruhe tun. Hilfreich ist, früh genug Stressoren zu vermeiden. Aber was sind Stressoren? Es sind z.B. aufregende Gespräche über Krisen-Themen. Aber auch Politsendungen, in den angeregt diskutiert wird. Auch hier bilden sich Stresshormone, die oft unbemerkt den Blutdruck steigen, das Herz rasen oder die Muskel im Hals- Nackenbereich anspannen lassen. 

Oft sind wir aber fest davon überzeugt, dass der Konsums reizender Medien für uns kein Problem darstellt, weil wir erst einmal keine Veränderung in uns wahrnehmen. Aber achten Sie bitte einmal auf Ihren Gemütszustand; insbesondere am nächsten Morgen. Wachen Sie glücklich und zufrieden auf? Sehen Sie dem Tag positiv entgegen? Wahrscheinlich nicht. Wenn wir schlecht gelaunt oder ängstlich einschlafen, wachen wir mit diesen Empfindungen auch wieder auf. 

Zusätzlich hält Licht uns wach. Auch das Licht, welches vom Fernsehgerät ausgestrahlt wird. Für einen gesunden Schlaf-Wachrythmus benötigen wir unbedingt die wechselnde Wahrnehmung von Licht und Dunkelheit, so wie es uns die Natur mit Sonnenaufgang und -untergang ja vorgibt.

Tageslicht hat einen großen Blauanteil. Er wird über die Augen aufgenommen, im Gehirn verarbeitet und hält uns munter.

Dieser Blauanteil wird von allem, was einen Bildschirm hat, ebenfalls ausgesendet. Also bleiben wir vor Tablet, Smartphone und TV länger wach, als es gut für uns ist. Also abends rechtzeitig diese Geräte abschalten.

Besser ist es, einen kleinen Abendspaziergang zu unternehmen. Dabei ist es unwichtig wie weit wir gehen. Es geht darum, daß unsere Augen das veränderte Licht wahrnehmen. Abends nimmt der Blauanteil des Lichtes ab und der Rotanteil steigt, was die Bildung des Schlafhormons anregt.

Wenn Sie so spät nicht mehr rausgehen möchten, hilft es auch dem Fenster zu sehen und dabei die Zimmerbeleuchtung auszuschalten.

Dies ist vorerst der letzte Teil dieser Serie „In Krisen-Zeiten zur Ruhe finden“. Mehr zu den Themen Entspannung und Waldbaden, finden sie unter meiner Homepage www.shinrin.de.

So möchte ich mit einem Zitat von John F. Kennedy enden:

„Im chinesischen besteht das Wort Krise aus zwei Schriftzeichen – das eine bedeutet Gefahr, dass andere Gelegenheit.“

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