Autor-Archiv:shinrin

Besser schlafen mit einem ruhigen Herzen – Loslassen

Erschienen am 12.01.2019 im Hinterländer Anzeiger

Dank des Internets haben wir gelernt, alles selbstständig zu erledigen. Wir kümmern uns online um unsere Bankgeschäfte, anstatt zum Bankschalter zu gehen und die Überweisung vertrauensvoll in die Hände des Bankangestellten abzugeben. Benötigen wir eine Versicherung, recherchieren wir im Netz, welche am besten für uns geeignet scheint und schließen die Versicherungspolice selbst ab. Werden wir krank, konsultieren wir Dr. Google. Dies alles sind hilfreiche Errungenschaften, welche uns viel Zeit einsparen. Sie haben aber auch einen kleinen Nachteil. Scheinbar haben wir alles selbst im Griff. Wir überlassen daher immer weniger einem Fachmann. Wir verlernen damit, Dinge abzugeben und anderen Menschen zu vertrauen. Das kann bedeuten, dass es immer schwerer fällt etwas loszulassen. Es hindert uns dann möglicherweise an einem lockeren Leben und auch an einem gesunden Schlaf. Denn Einschlafen bedeutet loslassen vom Alltag. Ohne loslassen ist es schwer einzuschlafen. Wir sind oft noch zu Hause und sogar im Bett am grübeln: Haben wir denn heute alles erledigt? Worum müssen wir uns gleich morgen kümmern? Was gilt es noch zu beachten? Wird denn morgen alles gut gehen? Wir malen uns lebhaft im Kopf aus, was schiefgehen könnte. Wir benutzen unsere Fantasie, um uns selbst verrückt zu machen. Wir finden nicht zur Ruhe. Das Herz schlägt schnell. Wir fühlen uns unwohl. Kein Wunder. Wir sind einfach noch nicht wirklich zu Hause angekommen. Denn der Kopf ist mit seinen Gedanken noch auf der Arbeit, bzw. mit dem Alltag beschäftigt. Wenn wir es aber schaffen zu erkennen, dass wir für den heutigen Tag genug erledigt haben, dann können wir einen entspannten Feierabend einleiten und einen ruhigen Schlaf genießen. Doch wie erkenne wir das? Wie kommen wir zu dieser Überzeugung?

Es ist recht einfach. Nehmen Sie sich abends einen Stift und einen Block zur Hand. Schreiben Sie zwei Listen. Eine mit der Überschrift „Heute erledigt“ und und die zweite Liste mit „Morgen zu erledigen“. Dann notieren Sie in Stichworten in die erste Spalte was Sie alles heute gemacht haben. Wenn Sie fertig sind, schauen Sie sich Ihre Liste noch einmal an. Jetzt können Sie erkennen, wieviel sie heute geleistet haben. Das war doch eine Menge, oder?

Dann nehmen Sie sich die zweite Spalte und schreiben eine Liste für morgen. Zwischen den vielen Erledigungen schreiben Sie auch Pausen für zwischendurch mit auf diese Liste. Damit Sie sie nicht vergessen. Denn wer öfter eine kleine Pause einlegt, ist leistungsfähiger. Legen Sie dann den Zettel auf den Nachttisch. Sobald Ihnen später noch etwas wichtiges einfällt, können Sie es dann sofort notieren. Jetzt haben Sie mit dieser Liste alles losgelassen und brauchen nicht mehr darüber nachzudenken. Denn jetzt sind Sie zu Hause, bzw. im Bett und können sowieso nichts mehr von Ihrer Liste abarbeiten.

Eine weitere Hilfe beim Loslassen kann die Progressive Muskelentspannung sein. Diese Entspannungstechnik wird folgendermaßen ausgeführt: nach und nach werden verschiedene Muskelgruppen im Körper angespannt und dann wieder losgelassen. So wird ein Entspannungsimpuls ausgelöst. Ist man darin noch nicht geübt, reicht für den Anfang folgende Übung:

Legen Sie sich auf den Rücken oder setzten sich gerade hin. Schließen Sie Ihre Augen. So können Sie sich besser auf Ihren Körper konzentrieren. Atmen Sie dreimal ganz ruhig tief ein und aus. Die Ausatmung sollte länger sein als die Einatmung. Nun spannen Sie so fest wie möglich beide Fäuste gleichzeitig an. Währenddessen atmen Sie tief ein. Als nächstes lassen Sie die Anspannung der Fäuste schlagartig los und atmen dabei langsam, und so weit wie möglich wieder aus. Machen Sie das drei bis vier Mal. Atmen Sie dann einfach weiter. Beobachte Sie Ihre Atmung. Lassen Sie die Augen noch geschlossen und spüren Sie nach. Wie fühlt sich jetzt Ihr Körper an? Können Sie die innerliche Ruhe wahrnehmen? Ich wünsche Ihnen viele entspannte Feierabende und ruhige, erholsame Nächte.

Besser schlafen mit einem ruhigen Herzen – Das Herz beruhigen durch Vergebung

Erschienen am 29.12.2018 im Hinterländer Anzeiger

Das Herz ist seit je her bekannt für den Sitz der Gefühle und der Wahrheit. Es heißt, das Herz lässt sich nicht betrügen. Oft möchte das Herz durch sein schnelles Schlagen etwas mitteilen. Etwas was wir vielleicht nicht wahrhaben möchten. Eine Sache, der wir wohlmöglich nicht ins Auge sehen möchten. Ein ungelöster Konflikt kann dann zu Schlafstörungen führen. Die Gedanken kreisen und das Herz pocht. Ruhiger Schlaf ist dann schwer. Manchmal schrecken wir sogar im Schlaf auf und wissen nicht warum.

Forscher haben herausgefunden, das im Herzen etwa 40.000 hirnähnliche  Zellen, sogenannte sensorische Neuriten, ein neuronales Netz bilden. Es bildet ein „kleines Gehirn“ im Herzen. Wissenschaftler sprechen hier von einer sogenannten Herz-Intelligenz mit einem eigenen Erinnerungsvermögen und der Fähigkeit Informationen zu verarbeiten. Dieses Gehirn im Herzen hat direkten Zugang zur Intuition und zum Unterbewusstsein. Das erklärt also sehr wissenschaftlich, was der Volksmund schon lange wusste. „Jetzt mal Hand aufs Herz“ und „mein Herz sagt mir“ oder „mein Herz kommt nicht zur Ruhe“ drücken dies aus.

Das Herz ist oft unruhig durch verletzte Gefühle. Manchmal weil wir jemanden nicht verzeihen können. Oder weil wir uns nicht selbst vergeben. Das sind Dinge, die wir dann einfach in uns einschließen um so den Schmerz nicht mehr fühlen zu müssen. Wir reden uns ein, wir haben alles im Griff und alles sei kein Problem. Wenn da nicht die erwähnten sensorischen Neuriten wären. Diese lassen sich nicht so einfach überrumpeln. Das kleine Gehirn im Herzen hat alles abgespeichert und will ungelöste Konflikte vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein durch Herzrasen transportieren. Damit wir endlich zuhören und das Problem lösen.

Eine Aussprache bei Unstimmigkeiten ist wichtig. Auch wenn es oft schwer fällt.

Aber was machen wir, wenn ein Gespräch aus den verschiedensten Gründen unmöglich erscheint? Vielleicht ist sogar der Konfliktpartner schon verstorben. Oder wir sehen uns außerstande eine Aussprache zu führen, da wir zu verletzt sind? Es gibt eine Methode, die weiterhelfen kann. Hier geht es, wie in der vorhergehenden Kolumne auch, um das Wiederholen von Sätzen.

Schließen Sie Ihre Augen und nehmen Sie drei tiefe und bewusste Atemzüge. Legen Sie eine Hand auf Ihre Herzgegend, denken Sie an die Person, mit der Sie einen Konflikt haben und wiederholen Sie (laut oder leise) folgende Sätze:

  • Alles was du mir aus Unachtsamkeit durch deine Worte, Taten und Gedanken angetan hast, ich vergebe dir
  • Alles was ich dir aus Unachtsamkeit durch meine Worte, Taten und Gedanken angetan habe, bitte vergebe mir
  • Alles was ich mir durch meine Unachtsamkeit durch Worte, Taten und Gedanken angetan habe, ich vergebe mir

Wiederholen Sie diese Sätze jeweils drei Mal und fühlen Sie in Ihr Herz. Bei Bedarf machen Sie die Übung an mehreren Tagen hintereinander. Wiederholen Sie diese Übung bis Sie eine Erleichterung verspüren.

Bei diesen Sätzen erkennen wir eine Wahrheit: Mal sind wir die Opfer, mal sind wir die Täter und manchmal sind wir hart zu uns selbst. Für ein ruhiges Herz müssen wir anderen, aber auch uns selbst vergeben lernen. Dafür benötigen wir innere Stärke. Und es benötigt Weisheit zu erkennen, dass eine Situation auch immer mit uns selbst zu tun hat. Es geht nicht darum, jemanden sein Verhalten gut zu heißen. Es ist viel mehr die Bereitschaft, die Vergangenheit loszulassen.

Wenn Vergeben anfangs noch schwer fällt, hilft es zu erkennen, das Dinge oft aus Unachtsamkeit geschehen und nicht aus Absicht. Oft glauben wir, jemand habe uns etwas aus purer Gemeinheit angetan. Aber können wir uns da immer so sicher sein? Hat der andere nicht vielleicht nur einen schlechten Tag gehabt und dann aus Unachtsamkeit seine Wut an uns weitergegeben? Durch Vergebung wird uns leicht ums Herz. Wir können wieder beruhigt schlafen. Mit Vergebung machen wir uns selbst ein Geschenk.

Besser schlafen mit einem ruhigen Herzen – Sich selbst eine Mutter sein

Erschienen am 15.12.2018 im Hinterländer Anzeiger

Als Kind war es so einfach. Unsere Mutter hat uns ins Bett gebracht, uns zugedeckt und uns damit das Gefühl gegeben wir sind behütet und beschützt. Unser Herz kam zur Ruhe und wir sind eingeschlafen. Erwachsen geworden kommt leider niemand mehr an unser Bett und deckt uns zu. Und das beruhigende Gefühl, jemand kümmert sich um uns, fehlt auch. Statt dessen hat man oft das Gefühl, man hätte nicht alles geschafft, man hätte doch noch so vieles zu erledigen.

Meist lässt man den Tag Revue passieren. Man erinnert sich an Dinge, bei denen man sich wünscht, man hätte hier und da anders reagiert. Aber soviel wie wir grübeln und nachdenken, weder die anscheinend so wichtigen Dinge werden dadurch erledigt, noch können wir Vergangenes ungeschehen machen. Lösungen für unsere Probleme finden wir dadurch auch nicht. Egal wie sehr wir uns anstrengen oder es uns wünschen. Selbst wenn man durch das viele Nachdenken nicht schläft, wird sich nichts verändern.

Das Grübeln wirkt wie eine „Selbstprogrammierung“. Man überzeugt sich mit jedem wiederholten Gedanken davon wie schwer, ungerecht und vieles mehr das Leben doch ist. Da kann man nicht zur Ruhe kommen und damit auch nicht in den Schlaf finden.

Man sich aber durchaus selbst helfen. Wenn man versteht, bemerkt und anerkennt,  dass sich jeder Gedanken sich wie eine Programmierung auf uns auswirkt.

Ein bekanntes Beispiel dafür, dass dies zutrifft, ist das Autogene Training. In den 1920er Jahren hat der Psychiater J.H. Schultz diese Technik entwickelt. Diese Entspannungstechnik funktioniert über eine sogenannte „Selbstprogrammierung“, bzw. über eine „Selbsthypnose“. Hier helfen die richtig eingesetzten Gedanken. Über liebevolle „Befehle“, welche man sich selbsttätig (autogen) gibt, trainiert man sich zu entspannen. Wir wiederholen im Geist das Körperteile schwer und warm werden. Man macht dies mit Armen, Beinen, Kopf, usw. Dadurch finden wir in einen entspannten Zustand. Eine wirklich beeindruckende und hilfreiche Technik.

So wie beim Autogenem Training kann man sich jederzeit mit förderlichen Gedanken selbst beeinflussen. Wenn man abends im Bett das Gedankenkreisen bemerkt, kann man sich entscheiden, dies zu unterbrechen.

Das Gehirn kann nur einen Gedanken denken, niemals zwei gleichzeitig. Da dies so ist, kann man sich für den angenehmen, den besseren und hilfreichen Gedanken entscheiden. Dies braucht allerdings ein wenig Übung.

Wenn Sie das nächste Mal Ihr Gedankenkarussell am Einschlafen hindert, probieren Sie doch einmal folgende Übung aus:

  • Nehmen Sie wahr, dass Sie in Ihrem Gedankenkreisen gefangen sind. Entscheiden Sie sich bewusst dafür, dies beenden zu wollen.
  • Schließen Sie Ihre Augen und atmen Sie drei bewußte Atemzüge. Lassen Sie die Ausatmung länger werden als die Einatmung.
  • Und jetzt seien Sie sich selbst eine Mutter und beruhigen Sie sich mit folgenden Worten:

Für heute ist alles getan

Ich darf jetzt beruhigt einschlafen

Denn die Lösung wird sich morgen schon zeigen

  • Wiederholen Sie diese Worte immer wieder. Wenn Sie mit Ihren Gedanken zwischendurch abschweifen ist das völlig normal. Bemerken Sie es kommentarlos. Seien Sie liebevoll mit sich selbst. Ganz so wie eine Mutter es mit Ihrem Kind ist. Kritisieren Sie sich nicht dafür. Kommen Sie einfach zum Wiederholen der Worte zurück.

Wenn man nicht daran glauben kann, dass sich morgen (oder auch übermorgen) eine Lösung zeigen wird, dann hier noch ein Beispiel. Man kennt diese Situation. Ein bestimmter Name will einem einfach nicht einfallen. Selbst wenn man angestrengt nachdenkt, er fällt einem einfach nicht ein. Wenn man irgendwann aufgibt und sich einer anderen Tätigkeit zuwendet, ist durch die Ablenkung, plötzlich ohne Anstrengung, der Name eingefallen.

So verhält es sich auch mit dem Schlaf. Schlaf hilft mehr als Grübeln. Durch Grübeln kommt man nicht zur Lösung. Genau wie man oft nicht auf den einen gesuchten Namen kommt. Lieber einen erholsamen Schlaf geniessen und Kräfte für den kommenden Tag sammeln.

Ich wünschen Ihnen einen erholsamen Schlaf!

Herzlichst Ihre Susanne Enners

Entspannungstrainerin bei der VHS Marburg-Biedenkopf

Besser schlafen mit einem ruhigen Herzen – Der Vagus-Nerv

Erschienen am 01.12.2018 im Hinterländer Anzeiger

Wir kennen das alle: Eine unruhige Nacht, nicht richtig einschlafen können oder gar stundenlanges Wachliegen. Jeder 10. Deutsche leidet an Ein- und/oder Durchschlafstörungen.

Kommt dies vereinzelt vor, stellt es kein großes Problem dar. Wenn wir aber über Wochen schlecht oder gar nicht in den Schlaf finden, ist ein Arztbesuch notwenig. Denn nicht ernst genommen, können diese nächtlichen Störungen chronisch werden.

Wenn wir uns Sorgen über unseren fehlenden Schlaf machen, verhindert das evtl. die nächste ruhige Nacht. So „erlernen“ wir möglicherweise unsere Schlafstörungen. Besser ist es, den Hausarzt aufzusuchen und über mögliche Ursachen zu sprechen. Man fühlt sich erleichtert. Sprich: man hat ein leichtes Herz.

Aber die Gründe für Schlafstörungen sind vielfältig. Neben medizinisch körperlichen Gründen können schon einfache und leicht zu übersehende Gründe mitwirken.

So können wir einen ruhigen Schlaf mit ein paar einfachen Dingen begünstigen.

Wenn wir unsere Lebensgewohnheiten und unser Umfeld einmal überprüfen und kleine Veränderungen vornehmen, können wir schon viel erreichen.

Hier eine kleine Liste zur Überprüfung der Lebensgewohnheiten. Folgendes wirkt sich negativ auf den Schlaf aus:

  • Untersuchungen haben gezeigt, dass das bläuliche Licht von Smartphones, Tabletts und Co. das Einschlafen erschweren. Also früh genug abschalten.
  • Koffeinhaltige Getränke zu später Stunde meiden. Koffein wird vom Körper nur langsam abgebaut.
  • Anregende Fernsehsendungen (Krimis, Talk-Sendungen) schauen. Der Körper schüttet Stresshormone aus. Ruhiger Schlaf wird dadurch erschwert.
  • Streitgespräche produzieren ebenfalls Stresshormone.
  • Allgemein wird angenommen, dass Alkohol beim Einschlafen hilft. Dieser Irrtum kommt daher, dass sich unsere Gedanken bis zu einem gewissen Grad durch den Konsum beruhigen können. Aber Alkohol stört den erholsamen Schlaf, da die Organe mehr leisten müssen um den Alkohol abzubauen.
  • Schweres, fettes Essen sowie zu viel Süßes nur in Maßen zu sich nehmen
  • Schlechte Luft vermeiden, vor dem Schlafen lüften
  • Für die richtige Schlaftemperatur sorgen. Sie liegt bei 15 – 18 Grad Celsius. Ein überheizter Schlafraum im Winter lässt den Schlaf unruhig werden.
  • Eine helle Uhrzeit-Anzeige am Wecker und sogar ein grelles Standby-Licht an elektrischen Geräten können durch das Augenlid dringen und für Unruhe sorgen
  • Körper und Geist benötigen ca. drei Stunden um zur Ruhe zu kommen. Daher ist Sport, körperliche und geistige Arbeit rechtzeitig zu beenden.
  • Im Schlafzimmer haben Sportgeräte, Bügelbrett und Schreibtisch einen unguten Einfluss. Sie signalisieren unbewußt: Hier gibt es was zu erledigen!

Aber das Wichtigste: Studien haben ergeben, dass der größte Auslöser für Insomnien in ca. 50% im seelischen Bereich zu finden sind; also im Stress.

Hier haben wir in unserem Körper einen sehr effektiven Helfer um zur Ruhe zu finden. Dies ist der Vagus-Nerv. Er ist unser größter Gehirn-Nerv und reicht von unserem Hirn bis runter zum Zwerchfell. Das Zwerchfell sitzt unterhalb unserer Lungen. Durch eine tiefe Atmung, einer Zwerchfell-Atmung, können wir ihn stimulieren. Der Vagus-Nerv ist mit fast allen Organen in unserem Körper verbunden. Durch seine Stimulierung gibt er an die Organe das Signal, dass alles in Ordnung ist. So können sich der Blutdruck senken, die Verdauung funktioniert störungsfrei und vieles mehr.

Unser Parasympathikus, wozu auch unser Vagus-Nerv gehört, wird auch Ruhe-Nerv genannt. Durch ihn kann alles zur Ruhe kommen.

Dazu eine einfache Atemübung zur innerlichen Beruhigung:

Legen Sie sich entspannt hin. Ihre Hände platzieren Sie auf Ihre Bauchdecke. Stellen Sie sich vor, Sie würden eine Kerze auspusten. Durch diese Stoßatmung können Sie wahrnehmen, wo das Zwerchfell seinen Sitz hat und wie es arbeitet. Durch diese Bewegung wird der Ruhe-Nerv stimuliert. Jetzt atmen Sie ganz ruhig weiter. Lassen Sie mit jedem weiteren Atemzug den Atem tiefer werden. Die tiefe Atmung stimuliert weiter den Vagus-Nerv. Atmen Sie ganz ruhig. Spüren Sie, wie sich die Bauchdecke hebt und senkt. Nehmen Sie wahr, wie sich nach einiger Zeit eine innere Ruhe in Ihnen ausbreitet.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Lachen macht glücklich

Entspannt ins neue Jahr: „Lachen macht glücklich“

erschienen am 16.01.2017 im Hinterländer Anzeiger

„Wir alle kennen den Spruch: Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt. Allzu oft vergessen wir in der Hektik des Alltags aber, uns diese Weisheit ins Gedächtnis zu rufen und auch danach zu handeln.

Wenn wir gestresst sind und unter Druck stehen, fühlen wir uns nicht wohl. Und so siegt oft der Slogan: Unterm Strich zähl ich. Wir handeln unüberlegt und egoistisch, ohne es zu merken. Das ist eine ganz normale Reaktion auf Stress.

Denn in Stresssituationen sind wir längst in einer Kampfhaltung angekommen. Stresshormone sammeln sich in unserer Muskulatur. Wir sind verkrampft, Kopf- und Rückenschmerzen zeigen sich. So fühlen wir uns noch weniger gut und ein Kreislauf entsteht. Wir sind voller Zorn oder auch Traurigkeit. Das können Menschen um uns herum wahrnehmen; sie gehen dann lieber auf Distanz. Denn niemand möchte in der Nähe einer Bombe sein, die jeder Zeit explodieren könnte.

Wir gehen den ganzen Tag unseren Verpflichtungen nach. Der Lebensunterhalt muss verdient werden, für unsere Familie und Freunde möchten wir auch da sein. Aber bevor wir unseren Verpflichtungen nachgehen, sollten wir uns zunächst um uns selbst kümmern. Denn: Nur wenn wir selbst entspannt und glücklich sind, haben wir viel Energie übrig, um für andere dazu sein.

Außerdem gilt: Der einzige Mensch, den wir wirklich ändern können, sind wir selbst! Und: Wenn wir glücklich sind, strahlen wir das aus und ziehen so Glück an.

Dazu können Sie zwei Übungen ausprobieren, die ungewöhnlich, aber wirkungsvoll sind.

Die erste Übung: Wenn Sie morgens vor dem Spiegel stehen, lächeln Sie sich selbst zu. Auch wenn Ihnen nicht danach ist. Das hat zwei Effekte. Erstens: Wenn wir lächeln, entkrampfen sich die vielen Gesichtsmuskeln, lockern und entspannen sich. Zweitens: Unser Unterbewusstsein dankt uns das Lächeln mit einer besseren Stimmung. So können wir gut in den Tag starten! Tipp: Zur täglichen Erinnerung an das Lächeln können Sie sich ein Smiley an den Spiegel kleben.

Die zweite Übung: Versuchen Sie einmal einen Tag lang, jedem Menschen, der Ihnen begegnet, zuzulächeln. Nicht alle werden das Lächeln erwidern. Aber das liegt dann nicht an Ihnen, sondern vermutlich an dem Stress, den der andere gerade empfindet. Also lassen Sie sich nicht entmutigen und erfreuen sich an den Menschen, die zurücklächeln. Dann nehmen  Sie abends Ihre Stimmung wahr. War das nicht ein schöner Tag?

Viel Freude beim Ausprobieren und ein glückliches und gesundes Jahr 2017 wünscht Ihnen

Ihre Susanne Enners – Entspannungstrainerin bei der vhs“

Glücklich wie ein Kind

Entspannt ins neue Jahr: „Glücklich wie ein Kind“

erschienen am 10.01.2017 im Hinterländer Anzeiger

„Wir kommen als Kinder, die noch keine  Bewertungen kennen, auf die Welt. Wir machen Erfahrungen, lernen dazu und so festigen sich unsere Überzeugungen. Das ist für unser tägliches Leben richtig und notwendig. Nur leider hat dieses Erwachsenwerden allzu oft eine negative Seite: Wir verlieren die Leichtigkeit eines Kindes. Wir verlernen, glücklich wie ein Kind zu sein.

Wenn Sie mögen, können Sie an dieser Stelle eine kleine Meditationsübung durchführen:

  • Schließen Sie Ihre Augen
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung
  • Beobachten Sie, wie sich beim Einatmen Ihre Bauchdecke wölbt und sich beim Ausatmen wieder senkt. Tun Sie nichts weiter. Nur Beobachten.
  • Das machen Sie etwa fünf Minuten lang

Wahrscheinlich hat die Konzentration schon nach ein paar Atemzügen nachgelassen. Das ist völlig normal. Das Atembeobachten ist dann schnell vergessen. Die Gedanken haben überhandgenommen und sich verselbstständigt.

Ist Ihnen dabei womöglich aufgefallen, wie viele Ihrer Gedanken Be- und Verurteilungen waren? Dieses viele Denken kostet viel Kraft. Beim kritischen Denken vergessen wir unsere Körperhaltung. Wir verkrampfen. Wir ziehen unmerklich die Schultern hoch, runzeln die Stirn und mit der Zeit bekommen wir Kopf- und Rückenschmerzen.

Aber was hat das mit Glück zu tun? Wenn wir an unseren Überzeugungen allzu festhalten, sind wir einfach nicht locker, nehmen das Leben zu schwer. Diese Schwere verhindert das Glücksgefühl. Wenn wir loslassen üben, kann die Leichtigkeit wieder einkehren. Dazu gibt es eine schöne Übung:

  • Suchen Sie einen Ort auf, an dem Sie niemand stören kann. Stellen Sie Smartphone, Telefon und Klingel aus
  • Legen Sie sich hin und schließen Sie die Augen
  • Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am Rand einen Flusses
  • Gehen Sie nun langsam in den erfrischenden Fluss, immer entlang der Strömung
  • Nun lassen Sie sich fallen und lassen sich vertrauensvoll vom Fluss tragen, lassen Sie sich vom Leben tragen, lassen Sie los…
  • Nach einer Weile steigen Sie aus dem Fluss, lassen sich von der Sonne trocknen und genießen noch einige Atemzüge
  • Wenn Sie sich dann soweit fühlen, bewegen Sie langsam Ihre Arme und Beine. Strecken Sie sich der Länge nach, wenn Sie mögen
  • Dann können Sie langsam die Augen öffnen
  • Gehen Sie nicht sofort wieder in den Alltag, sondern schenken Sie sich noch ein wenig Zeit

Durch Loslassen geben wir der Leichtigkeit wieder einen Platz in unserem Leben. Unser Leben wird so lockerer, stressfreier und somit viel glücklicher!

Viel Freude und Erfolg beim Ausprobieren wünscht Ihnen

Ihre Susanne Enners – Meditationslehrerin bei der vhs“

Glück durch Dankbarkeit

Entspannt ins neue Jahr: „Glück durch Dankbarkeit“

erschienen am 03.01.2017 im Hinterländer Anzeiger

„Glück durch Dankbarkeit? Wenn Sie herausfinden möchten, was damit gemeint ist, können Sie folgende kleine Übung durchführen:

  • Nehmen Sie sich einen Block und einen Stift
  •  Setzen Sie sich locker und entspannt an einen ruhigen Ort
  • Nehmen Sie drei bewusste, tiefe Atemzüge
  • Schreiben Sie nun auf, was Sie alles besitzen

Wahrscheinlich ist die Liste lang geworden. Überprüfen Sie Ihre Liste. Stehen auch alltägliche Dinge, beispielsweise Essen, Wärme, ein Dach über dem Kopf, darauf? Was ist mit geliebten Menschen? Sind das nicht die wichtigsten Dinge, die wir zum Leben brauchen? Trotzdem werden sie häufig vergessen.

Denn wir haben leider gelernt, das Grundlegendste als selbstverständlich anzusehen. Diese Einstellung von Selbstverständlichkeit macht jedoch nicht glücklich. Sie lässt sich aber ändern.

Wichtig ist dabei, zu wissen, dass das Gefühl von „haben“ viel glücklicher macht als das von „nicht haben“. Wenn wir lernen, unsere Konzentration auf die Dinge zu lenken, die in unserem Leben vorhanden sind, macht dies zufriedener. Die Zufriedenheit nimmt noch weiter zu, wenn wir ein Gefühl der Dankbarkeit erzeugen. Wer regelmäßig übt, für alles, was in seinem Leben vorhanden ist, dankbar zu sein, fühlt sich besser. Dazu gibt es eine kleine Übung:

  • Schließen Sie die Augen und nehmen Sie drei bewusste Atemzüge
  • Denken Sie an eine Situation, die Sie sehr dankbar und glücklich gemacht hat
  • Nehmen Sie dieses angenehme Gefühl der Dankbarkeit wahr
  • Nach ein paar Minuten öffnen Sie Ihre Augen und nehmen dieses wunderbare Gefühl mit in den Tag

Hier noch ein Tipp: Ein abendliches Ritual der Dankbarkeit unterstützt einen ruhigen Schlaf und am Morgen wachen wir meist mit guter Laune auf. Wir können bei Kindern sehen, wie wichtig Abendrituale sind. Aber auch für uns Erwachsene sind sie sehr hilfreich. Und die Durchführung ist einfach:

  • Lassen Sie abends noch einmal die positiven Erlebnisse des Tages Revue passieren
  • Damit es am Anfang etwas leichter ist, nehmen Sie zunächst einmal kleine, vermeintlich selbstverständliche  Dinge wahr. Das sind oft einfache Begebenheiten. Zum Beispiel: Der Kaffee heute Morgen war besonders gut. Oder: Mein Auto ist trotz der Kälte angesprungen.

Am Anfang fällt dieses Ritual vielleicht nicht so leicht. Denn wir sind eher bereit, uns darüber aufzuregen, dass das Auto nicht anspringt, als dankbar dafür zu sein, dass der Motor sofort seinen Dienst tut. Aber genau dies können wir durch Üben verändern und so zu einem dankbaren und glücklichen Leben gelangen.

Viel Freude mit den Übungen wünscht Ihnen

Ihre Susanne Enners – Entspannungstrainerin bei der vhs“

Mein Glücksjahr

Entspannt ins neue Jahr: „Mein Glücksjahr“

erschienen am 26.08.2016 im Hinterländer Anzeiger

„Wissen Sie, welche drei Dinge alle Menschen auf diesem Planeten gemeinsam haben? Natürlich wird jeder Mensch erst einmal geboren. Genauso selbstverständlich werden wir ausnahmslos alle sterben. Und dazwischen? Dazwischen versucht jeder Mensch, glücklich zu werden. Das gelingt mal besser, mal schlechter.

Da kommt die Frage auf, was Glück eigentlich ist, warum wir es nicht ständig empfinden. Und: Wie wir es aber dennoch vermehren können.

Glück wird individuell empfunden. Daher muss jeder für sich herausfinden, was ihn glücklich macht. Aber es gibt kleine Hilfsmittel, wenn es darum geht, das eigene Glück zu finden.

Eines der größten Probleme, weshalb wir nicht bemerken, was uns tief im Inneren glücklich macht,  ist unser täglicher Stress, unsere Unrast. Wir erledigen den ganzen Tag wichtige Dinge und abends fallen wir völlig erledigt auf das Sofa. Da war natürlich kein Glücksempfinden. Und selbst wenn es sich für kurze Zeit zeigen wollte, waren wir schon wieder mit der nächsten Sache beschäftigt. Und genau das ist das Problem.

Die moderne Stressforschung hat eine Erklärung, warum das so ist. Sie besagt, dass wir einen angeborenen Flucht-Kampf-Mechanismus besitzen. Ganz wie unsere Vorfahren, die auf Gefahren mit Flucht oder Kampf reagierten, bereiten sich unser Körper und unsere Psyche genau darauf vor. Dazu gehört auch, einen „Tunnelblick“ zu entwickeln. Früher mussten wir das Raubtier fokussieren, um richtig reagieren zu können. Heute müssen wir nicht mehr mit Raubtieren kämpfen, unser Raubtier nennt sich „Stress“. Also ist unser ganzes Denken mit Problemen, unseren Stressauslösern, beschäftigt. Wir können einfach nichts anderes erkennen. Wir sehen nur das. Alles andere ist ausgeblendet.

Wie kommen wir dennoch zu unserem Glück? Wir müssen unsere Balance wiederherstellen. Auf den Kampf muss die Entspannung folgen. Die Antworten liegen in unserem Inneren. Den Zugang dazu finden wir nur durch Entspannung und Ruhe.

Es gibt viele Arten der Entspannung. Ein ausgedehnter Spaziergang ist eine sehr einfache Möglichkeit. Drei Dinge sind dabei zu beachten:

  • Gehen Sie allein. Wenn Sie zu zweit unterwegs sind, fallen Sie schnell ins „Problemwälzen“ zurück.
  • Achten Sie zwischendurch immer wieder auf Ihre Atmung. Das verringert den eigenen Gedankenfluss. Sie können sich so aus dem Grübeln herausholen.
  • Gehen Sie ohne Erwartungshaltung los. Wer mit Erwartungen wie „ Ich gehe jetzt und wenn ich wieder zurückkomme, weiß ich, was mich glücklich macht“ startet, setzt sich gleich wieder unter Druck; und das verhindert ganz sicher ein Ergebnis. Gehen Sie einfach, lassen Sie alles auf sich zu kommen.

Viel Freude bei Ihren Spaziergängen und Ihrer persönlichen Glücksfindung, wünscht Ihnen

Ihre Susanne Enners – Entspannungstrainerin bei der vhs“

Multitasking – Die große Stressfalle

Entspannt durch den Sommer: „Multitasking – Die große Stressfalle“

erschienen am 26.08.2016 im Hinterländer Anzeiger

„Sie kennen wahrscheinlich solche oder ähnliche Situationen: Sie wollen gerade die Geschirrspülmaschine ausräumen, da klingelt das Telefon. Was machen Sie? Sie klemmen sich schnell das Telefon unter das Ohr. Während Sie ausräumen und telefonieren schellt es auch noch an der Tür, der Postbote möchte Ihnen ein Paket überreichen. Während des Telefonats öffnen Sie die Tür, unterschreiben schnell. Ach, da fällt Ihnen ein, da ist ja noch das Abendessen auf dem Herd. Und da ist noch die wichtige E-Mail, die Sie dringend beantworten müssen. Sie nehmen zügig den Laptop mit in die Küche und während Sie die E-Mail beantworten, rühren Sie das Essen auf dem Herd um. Und jetzt schreit auch noch das Kind. Und dann? Oh nein, das Paket war gar nicht für Sie. Und was wollte gerade noch mal der Anrufer? Jetzt ist auch noch das Essen angebrannt …

Multitasking ist ein Mythos. Multitasking stresst. Multitasking erhöht die Fehlerquote. Das wurde in mehreren wissenschaftlichen Studien untersucht und bewiesen.

Dennoch hält sich leider der Irrglaube, wir wären besonders effektiv, wenn wir mehrere Dinge gleichzeitig erledigen. Dafür ist unser Gehirn aber nicht gemacht. Wir sind der Meinung, wir würden etwas gleichzeitig erledigen. Tatsächlich ist es aber so, dass wir in sehr geringen Zeitabständen, die so kurz sind, dass wir sie nicht wahrnehmen, die Dinge hintereinander ausführen. Von diesem Zeitdruck fühlen wir uns gestresst. Wir fangen an Fehler zu machen. Und um diese Fehler wieder in Ordnung zu bringen, benötigen wir mehr Zeit, als wenn wir die Dinge gleich nacheinander erledigt hätten. Hinzu kommt noch, dass wir uns meist über unsere Fehler aufregen und ärgern.

Besser ist es deshalb, wenn uns die Dinge „leicht von der Hand“ gehen. Das funktioniert aber nur, wenn wir uns auf lediglich eine einzelne Sache konzentrieren. Wenn Sie Ihre Arbeiten bewusst hintereinander erledigen, hat das gleich mehrere Vorteile:

  • Sie sind schneller.
  • Sie machen weniger Fehler.
  • Sie fühlen sich weniger gestresst.
  • Ihre Arbeit hat eine höhere Qualität.
  • Sie vergessen weniger.
  • Ihre Konzentration steigt.
  • Sie haben mehr Freude am Arbeiten.
  • Sie haben mehr Energie und halten länger durch.
  • Und das Wichtigste: Ihre Lebensqualität steigt!

Doch wie gehen Sie am besten an die Umsetzung? Auch dafür gibt es einige – einfache – Tipps:

  • Erinnern Sie sich an die Vorteile und üben Sie ganz bewusst, die Dinge nacheinander auszuführen.
  • Fangen Sie mit dem Üben erst einmal zu Hause an.
  • Machen Sie zwischendurch kurze Pausen zum Durchatmen.
  • Überprüfen Sie hinterher, wie Sie sich fühlen.
  • Machen Sie sich Merkzettel und verteilen sie Sie überall dort, wo Sie aus Gewohnheit ins „Multitasking“ verfallen.
  • Lernen Sie „Nein“ zu sagen, wenn von Ihnen mehr erwartet wird, als in Ihren Kräften steht.

Viel Erfolg und entspanntes Arbeiten wünscht Ihnen Ihre Susanne Enners – Entspannungstrainerin“