Besser schlafen mit einem ruhigen Herzen – Der Vagus-Nerv

Erschienen am 01.12.2018 im Hinterländer Anzeiger

Wir kennen das alle: Eine unruhige Nacht, nicht richtig einschlafen können oder gar stundenlanges Wachliegen. Jeder 10. Deutsche leidet an Ein- und/oder Durchschlafstörungen.

Kommt dies vereinzelt vor, stellt es kein großes Problem dar. Wenn wir aber über Wochen schlecht oder gar nicht in den Schlaf finden, ist ein Arztbesuch notwenig. Denn nicht ernst genommen, können diese nächtlichen Störungen chronisch werden.

Wenn wir uns Sorgen über unseren fehlenden Schlaf machen, verhindert das evtl. die nächste ruhige Nacht. So „erlernen“ wir möglicherweise unsere Schlafstörungen. Besser ist es, den Hausarzt aufzusuchen und über mögliche Ursachen zu sprechen. Man fühlt sich erleichtert. Sprich: man hat ein leichtes Herz.

Aber die Gründe für Schlafstörungen sind vielfältig. Neben medizinisch körperlichen Gründen können schon einfache und leicht zu übersehende Gründe mitwirken.

So können wir einen ruhigen Schlaf mit ein paar einfachen Dingen begünstigen.

Wenn wir unsere Lebensgewohnheiten und unser Umfeld einmal überprüfen und kleine Veränderungen vornehmen, können wir schon viel erreichen.

Hier eine kleine Liste zur Überprüfung der Lebensgewohnheiten. Folgendes wirkt sich negativ auf den Schlaf aus:

  • Untersuchungen haben gezeigt, dass das bläuliche Licht von Smartphones, Tabletts und Co. das Einschlafen erschweren. Also früh genug abschalten.
  • Koffeinhaltige Getränke zu später Stunde meiden. Koffein wird vom Körper nur langsam abgebaut.
  • Anregende Fernsehsendungen (Krimis, Talk-Sendungen) schauen. Der Körper schüttet Stresshormone aus. Ruhiger Schlaf wird dadurch erschwert.
  • Streitgespräche produzieren ebenfalls Stresshormone.
  • Allgemein wird angenommen, dass Alkohol beim Einschlafen hilft. Dieser Irrtum kommt daher, dass sich unsere Gedanken bis zu einem gewissen Grad durch den Konsum beruhigen können. Aber Alkohol stört den erholsamen Schlaf, da die Organe mehr leisten müssen um den Alkohol abzubauen.
  • Schweres, fettes Essen sowie zu viel Süßes nur in Maßen zu sich nehmen
  • Schlechte Luft vermeiden, vor dem Schlafen lüften
  • Für die richtige Schlaftemperatur sorgen. Sie liegt bei 15 – 18 Grad Celsius. Ein überheizter Schlafraum im Winter lässt den Schlaf unruhig werden.
  • Eine helle Uhrzeit-Anzeige am Wecker und sogar ein grelles Standby-Licht an elektrischen Geräten können durch das Augenlid dringen und für Unruhe sorgen
  • Körper und Geist benötigen ca. drei Stunden um zur Ruhe zu kommen. Daher ist Sport, körperliche und geistige Arbeit rechtzeitig zu beenden.
  • Im Schlafzimmer haben Sportgeräte, Bügelbrett und Schreibtisch einen unguten Einfluss. Sie signalisieren unbewußt: Hier gibt es was zu erledigen!

Aber das Wichtigste: Studien haben ergeben, dass der größte Auslöser für Insomnien in ca. 50% im seelischen Bereich zu finden sind; also im Stress.

Hier haben wir in unserem Körper einen sehr effektiven Helfer um zur Ruhe zu finden. Dies ist der Vagus-Nerv. Er ist unser größter Gehirn-Nerv und reicht von unserem Hirn bis runter zum Zwerchfell. Das Zwerchfell sitzt unterhalb unserer Lungen. Durch eine tiefe Atmung, einer Zwerchfell-Atmung, können wir ihn stimulieren. Der Vagus-Nerv ist mit fast allen Organen in unserem Körper verbunden. Durch seine Stimulierung gibt er an die Organe das Signal, dass alles in Ordnung ist. So können sich der Blutdruck senken, die Verdauung funktioniert störungsfrei und vieles mehr.

Unser Parasympathikus, wozu auch unser Vagus-Nerv gehört, wird auch Ruhe-Nerv genannt. Durch ihn kann alles zur Ruhe kommen.

Dazu eine einfache Atemübung zur innerlichen Beruhigung:

Legen Sie sich entspannt hin. Ihre Hände platzieren Sie auf Ihre Bauchdecke. Stellen Sie sich vor, Sie würden eine Kerze auspusten. Durch diese Stoßatmung können Sie wahrnehmen, wo das Zwerchfell seinen Sitz hat und wie es arbeitet. Durch diese Bewegung wird der Ruhe-Nerv stimuliert. Jetzt atmen Sie ganz ruhig weiter. Lassen Sie mit jedem weiteren Atemzug den Atem tiefer werden. Die tiefe Atmung stimuliert weiter den Vagus-Nerv. Atmen Sie ganz ruhig. Spüren Sie, wie sich die Bauchdecke hebt und senkt. Nehmen Sie wahr, wie sich nach einiger Zeit eine innere Ruhe in Ihnen ausbreitet.

Viel Freude beim Ausprobieren!

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